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Die Jumeirah-Moschee


Die Jumeirah-Moschee ist ohne Zweifel die größte und schönste Moschee Dubais, und daher auch die am meisten fotografierte. Das beliebte Ausflugsziel ist im modernen und dicht besiedelten Villenviertel Jumeirah, direkt an der Al-Jumeirah Road, zu finden.

 

Von der viel befahrenen Straße wird sie durch einen gepflegten Rasen und Palmen getrennt, die schon auf die Nähe des Jumeirah Beach verweisen, einem schnurgeraden Sandstrand, vor dessen Küste die viel gerühmten Palm Islands entstehen.

 

 


Aber nicht nur ihre Lage macht die Jumeirah-Moschee zu einem viel besuchten Ausflugsziel: Sie ist auch die einzige Moschee in den Arabischen Emiraten, die von Nicht-Muslimen betreten werden darf.

 

Jumeirah-Moschee bei Nacht in Dubai

 

Dies wird im Rahmen einer organisierten Führung ermöglicht, die in der Regel einmal wöchentlich stattfindet. Touristen sind in diesem Zusammenhang dazu angehalten, entsprechende Kleidung zu tragen.

 

Frauen sollten zudem darauf achten, ihr Haar bedeckt zu halten. Dafür erhält man die einmalige Chance, im Verlauf der Führung Video- und Bildaufnahmen von diesem einzigartigen Bauwerk anfertigen zu können.
Diese Gelegenheit sollte man unbedingt nutzen, denn äußerlich wie innerlich stellt die 1975 gebaute Jumeirah-Moschee eine bemerkenswerte Synthese aus traditioneller und moderner Architektur dar.

 

Bereits von außen beeindruckt das vollkommen aus Stein errichtete Gebäude mit der riesigen Kuppel und dem Zwillingsminarett. Besonders nachts dominiert das Gotteshaus den sonst schon fast mondän wirkenden Stadtteil, der heute vornehmlich von reichen Einheimischen bewohnt wird oder in vielen luxuriösen Hotels seine Touristen beherbergt.

 

Abends jedoch wird die Jumeirah-Moschee mittels eines ausgeklügelten Beleuchtungssystems in Szene gesetzt, das die sanfte Farbgebung des elfenbeinweißen Steins betont und Kuppel sowie Doppelminarett ermöglicht, sich über die anderen Gebäude des Stadtteils zu erheben.

 

Nicht umsonst gilt das Minarett als Tor zwischen Himmelreich und Erde. Damit knüpft die sich tagsüber durch ihr helles Äußeres und die schlanke Form in das Stadtbild des modernen Dubais anpassende Moschee an die islamische Tradition an, was sich auch in ihrem Baustil äußert.

 

Bereits nachts lassen die beleuchteten Reliefs auf den Rekurs zum fatimidischen Baustil des Mittelalters schließen. Dieser Eindruck bestärkt sich bei der Besichtigung des Inneren der Moschee.

 

Die Architektur der Fatimiden, der Nachkommen der Mohammed-Tochter Fatima, deren Herrschaft sich im 10. Jahrhundert nach Christus auch über große Teile der arabischen Halbinsel erstreckte, ist heute v. a. noch in Ägypten zu bewundern, da hier ihr Einfluss am größten war und umgekehrt Ägypten in dieser Zeit das kulturelle Leben der islamischen Welt anführte.

 

Dieser Einfluss zeigt sich u. a. an der bedeutendsten noch existierenden islamischen Universität, der Al-Azhar-Moschee in Kairo. Ähnlich wie in der schönsten Moschee Dubais ist ihr Baustil durch seine handwerkliche Perfektion, detailgetreue Darstellungskraft und reichhaltige Bildhaftigkeit geprägt. Dies äußert sich oft auch in einer teilweise abstrakten und geometrisch konstruierten Formwelt.


Das Innere der Jumeirah-Moschee zieht seine Besucher beim Betreten automatisch in diese Welt zurück. Kunstvoll verschlungene Ornamente schmücken die Wände in immer wechselnder Ausführung, die von der Vielfältigkeit der gestalterischen Fantasie kündet.

 

 

 

Ihre subtile Wirkung wird bei genauem Betrachten deutlich: Perfekt durchkonstruiert, wobei von den exakten Symmetrien oft durch die schwer mit einem Blick fassbare, ausgewogene Linienführung der Bemalung abgelenkt wird, vermittelt sie vor allem Harmonie.

 

Diese Wirkung verstärkt sich durch die schlichten, hell getünchten Wände, die sich dezent von der reichen Ornamentik abheben. Die Gebetshalle mit ihren fünf Kuppeln weckt Assoziationen mit den fünf Säulen des Islam und so bildet die Jumeirah-Moschee einmal mehr baulich und inhaltlich eine Einheit, zumal sie auch im Inneren von vielen Säulen mit reich verzierten Kapiteln gestützt wird.

 

Diese gehen auf halber Höhe des Raums in üppig dekorierte Spitzbögen über, deren miteinander verbundene Enden auf die Säulenkapitel geradezu zuzufließen scheinen. Obwohl die hellen Säulen unter den massiven Spitzbögen zart wirken, erscheinen sie nicht gebrechlich, sondern ihrer Bürde gewachsen.

 

Auf den ersten Blick schlicht, auf den zweiten mit kunstvollen Reliefs versehen, strahlen sie wie das Gebäude selbst eine stille Würde aus, die auch in der größten Geschäftigkeit der viel besuchten Moschee unversehrt bleibt.


An einer Führung dieser größten und schönsten Moschee Dubais teilzunehmen lohnt also auf jeden Fall, da dabei sowohl die islamische Kultur als auch viele bemerkenswerte Details des Bauwerks selbst beleuchtet werden.

 

Tritt man danach wieder aus dem sanft beleuchteten Gebäude ins helle Tageslicht hinaus, wird man sich einen Moment Zeit nehmen müssen, um aus dieser ganz eigenen, atmosphärisch dichten Welt wieder in das um Einiges schnellere Tempo der arabischen Metropole zurückzufinden.

 

 




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